Mütterrente

Die Mütterrente war ein Lieblingskind der CSU. Im Februar 2014 ist sie nun von der Bundesregierung als Gesetz auf den Weg gebracht worden. Sie soll mehr Gerechtigkeit zwischen älteren und jüngeren Frauen bringen. Diejenigen Mütter, die ihre Kinder vor 1992 bekommen haben, erhalten ab Juli 2014 pro Kind und Jahr über 300 Euro mehr Rente.

Wem kommt die Mütterrente zu Gute?

Frauen, die vor 1992 Kinder geboren haben, profitieren von der neuen Mütterrente. Im Jahr 2014 sind dies etwa 9,5 Millionen. Unter Umständen haben auch Männer einen Anspruch auf die Rente, wenn sie die

Kindererziehung ausgeübt hatten.

Was ist die Mütterrente?

Die soziale Absicherung von Rentnerinnen, die vor 1992 Kinder bekommen und erzogen haben, wir durch die Mütterrente verbessert. Die Mütterrente ist schlichtweg eine Rentenaufstockung für ältere Mütter. Bei Frauen, die vor 1992 ein Kind zur Welt gebracht haben, soll eine Angleichung bei den Kindererziehungszeiten um einen Rentenpunkt erfolgen. Ab dem Jahr 2014 sollen diese Mütter ungefähr 330 Euro mehr an jährlicher Rente ausgezahlt bekommen. Die Erziehung von Kindern hat bei der Rente nun ein viel größeres Gewicht.

Genauer:
Für eine Mutter von vor 1992 geborenen Kindern soll es für das erste Kind jährlich 330 Euro höhere Rente, für zwei Kinder 660 Euro und für drei Kinder 990 Euro geben. Bisher bekommen Mütter für vor 1992 geborene Kinder lediglich einen Entgeltpunkt gutgeschrieben, für Kinder nach 1992 sind es drei. Ein Punkt entspricht im Westen etwa 28 Euro im Monat, im Osten 25 Euro. Eine Erhöhung um einen Rentenpunkt wird jährlich über sechs Milliarden Euro kosten. Dies soll aus den Rücklagen der Rentenversicherung finanziert werden. Rechnet man auf ein Jahr um, so ergibt sich ein Brutto-Aufschlag von rund 338 Euro in den alten und rund 309 Euro in den neuen Bundesländern. Die Mütter, die gegenwärtig noch keine Rente beziehen, bekommen für ihre spätere Rente ein weiteres Jahr an Kindererziehungszeit gutgeschrieben.

Warum Mütterrente?

Die Mütterrente dient der stärkeren Würdigung der erbrachten Erziehungsleistung. Frauen, die vor 1992 Kinder großgezogen haben, hatten nicht die Betreuungsmöglichkeiten und damit Chancen auf Berufstätigkeit, wie Eltern sie heute haben. Viele haben die Arbeit unterbrochen oder ganz aufgegeben, um die Erziehung der Kinder zu übernehmen.

Wer hat einen Anspruch auf die Mütterrente?

Grundsätzlich hat jeder Anspruch auf die Mütterrente, der vor 1992 ein Kind erzogen hat. Bisher wurde für sie ein Jahr als Beitragszeit auf dem Konto der Versicherten gutgeschrieben.

Wie hoch ist die Mütterrente genau?

Mit der Mütterrente soll ab dem 1. Juli 2014 für vor 1992 geborene Kinder ein zusätzliches Jahr als Kindererziehungszeit angerechnet werden. Rentenrechtlich gesehen bekommt der Versicherte dafür einen Entgeltpunkt mehr. Ein Punkt ist gegenwärtig (Stand April 2014) 28,14 Euro in den alten Bundesländern und 25,74 Euro in den neuen Bundesländern wert. Zum 1. Juli wird der Wert des Entgeltpunktes allerdings noch einmal neu berechnet. Dann ist die Mütterrente noch einige Cent mehr wert.

Was müssen Frauen tun, um in den Genuss der Mütterrente zu kommen?

Hier muss man unterscheiden, ob die Frauen schon eine Rente beziehen oder nicht.

Was ist zu tun, wenn schon eine Rente bezogen wird?

Diejenigen, die bis einschließlich 30. Juni 2014 schon eine Rente beziehen, kommen in den Genuss einer pauschalen Regelung. Denn für diese Gruppe hat die Deutsche Rentenversicherung schon Informationen darüber, wer vor 1992 Kinder erzogen hat. Pauschal wird dann ein Entgeltpunkt mehr pro Kind berücksichtigt. Eine individuelle Einzelfallprüfung ist nicht erforderlich.

Was ist zu tun, wenn noch keine Rente bezogen wird?

Für die Gruppe derjenigen, die noch keine Rente bezieht, gibt es keine pauschale Regelung.

Diejenigen, die der Rentenversicherung schon Informationen über ihre Kinder gegeben haben, müssen von sich aus nicht aktiv werden. Die Rentenversicherung prüft automatisch, ob das zweite Lebensjahr des Kindes als Beitragsjahr gilt. Fehlen der Rentenversicherung noch Informationen, wendet sie sich von sich aus an den Versicherten.

Diejenigen, die noch nie einen Antrag auf Anerkennung von Kindererziehungszeiten gestellt haben, sollten dies jetzt tun. Sie müssen dies spätestens bei Rentenantragsverfahren tun und ihre Erziehungszeiten geltend machen. Ab dem 43. Lebensjahr werden von der Rentenversicherung regelmäßige Informationsschreiben versandt und Antragsformulare für die Kindererziehungszeiten bei.

Was kostet die Mütterrente?

Die jährlichen Kosten der neuen Mütterrente betragen gegenwärtig etwa 6,7 Milliarden Euro. Diese Kosten werden auch in den nächsten Jahren ohne Beitragssatzerhöhung in der Rentenversicherung finanziert werden. Ab 2019 wird sich der Bund an der Finanzierung der neuen Leistungen für Kindererziehung beteiligen.

Kritik

Die Mütterrente wird stark kritisiert. Ihre Gegner bemängeln eine nicht gesicherte bzw. ungereichte Finanzierung. Nach den gegenwärtigen Plänen zur Mütterrente sollen die entstehenden Mehrkosten von etwa jährlich 6,5 Milliarden Euro über die Rentenversicherung zur Verfügung gestellt werden. Dadurch, so die Kritiker, werde der Beitragssatz für die gesetzliche Rentenversicherung zukünftig steigen.

Zudem sei die Mütterrente ein Systembruchs. Eine gesamtgesellschaftliche Leistungen dürfe nicht allein von der Rentenversicherung getragen werden.

Auszahlung erst später

Ca. 9,5 Millionen Frauen, deren Kinder vor 1992 zur Welt kamen, erhalten Kindererziehungszeiten in der Rente besser honoriert. Pro Kind gibt es ab dem 1. Juli 2014 brutto etwa 28 Euro monatlich im Westen und 26 Euro monatlich im Osten mehr.

Die Auszahlung der verbesserten Mütterrente verzögert sich voraussichtlich um einige Monate – aus technischen Gründen. Das zusätzliche Geld kann nicht, wie an sich vorgesehen, am 1. Juli 2014 an die 9,5 Millionen Leistungsberechtigten ausgezahlt werden. Die Auszahlung wird sich bis Dezember hinziehen. Alle Berechtigten erhalten aber den vollen Betrag von Juli an, auch wenn er erst später ausgezahlt wird.